Kindheitswünsche

Irgendwann in meinem Leben hat einer meiner spirituellen Lehrer behauptet, dass man sehr sorgfältig wünschen soll, da angeblich kein Wunsch im Kosmos unerfüllt bliebe.
Sofern man von Wiedergeburt ausgeht, nehme ich an.
Ich denke, die Dauer um zu einer Wunscherfüllung zu gelangen hängt von der eigenen Entfernung und dem Bemühen um eine Sache ab. Also will man beispielsweise unbedingt auf die Zugspitze, so ist das prinzipiell möglich, doch schneller und leichter von Garmisch aus, als wenn man in China wohnt. Im letzteren Fall vielleicht erst im nächsten Leben als Europäer oder so . . .
In diesen Tagen kann ich mich aber erinnern, dass ich als Kind versucht habe aus dem Ei ein Küken schlüpfen zu lassen. Es ist mir entfallen, wie ich auf diese Idee kam. Ich hatte aber damals soviel Grundkenntnis, dass ich wusste: Das Ei braucht es warm und dunkel. Also nahm ich ein Ei aus dem Kühlschrank, packte es zwischen zwei Daunenkissen und legte das Gesamtpaket vorsichtig in den Schrank. Und schaute jeden Tag nach. Das Ende der Geschichte weiß ich auch nicht mehr gänzlich, ob ich nach ein paar tagen aufgegeben habe oder meine Eltern das Ende dieses Experimentes eingeleitet hatten. Wusste damals auch auch nicht, dass ein Küken genau 21 Tage zur Entwicklung braucht und auch nicht, dass Industrie-Eier nicht befruchtet werden. Überhaupt war ich jenseits eines Alters um überhaupt irgendwas von Vermehrung zu wissen. Auf jeden Fall gab es kein Küken im Kinderzimmer.

Und jetzt, an die 40 Jahre später habe ich im Garten eine Glucke, die hockt und hockt und gluckt. Mit Gluckgeräuschen und massiver Verteidigung im Falle einer Störung.
Seit gestern ein Piepen unter ihr und heute waren diese kleinen Flauschebällchen endlich zu sehen. Sie bekamen auch sofort eine Gluckenanweisung, wie man futtert und trinkt. Siehe hier. 😅
Mit meinem Wissen heute, sehe ich so viel in diesem Geschehen was Prägung, Vererbung, Epigenetik und andere Gebiete anbetrifft. Aber vielleicht hätte ich viel schneller viel mehr begriffen, wenn ich als Kind diese Erfahrung hätte machen können. Auf jeden Fall ist Hühnerfleisch vorerst aus meiner Speisekarte gestrichen, zumindest so lange, bis ich es selbst schaffe einem dieser Lebewesen in meinem Garten den Garaus zu machen um es zu garen.
Herzlichst,
Py


Kommentare